Vorschau und Rückblick: Cologne Futures

Menschen, Roboter und künstliche Intelligenz – eine nahtlose Evolution?

6. Oktober 2017 | Beginn 10:00 Uhr | ganztägig |
Teilnahme kostenlos | Aula der Kunsthochschule für Medien Köln

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„Digitale Evangelisten” verabschieden sich langsam vom Konzept des Menschen und erwarten, dass wir in Zukunft durch das Verschmelzen von Mensch und Technik unsterblich werden. Schon heute hat die künstliche Intelligenz (KI) in verschiedenen Formen Einzug in unseren Alltag gefunden, neuronale Netze lenken z. B. komplexe Verkehrssysteme. Die Potenz dieser neuartigen Systeme war absehbar – so hat das Computersystem Deep Blue bereits vor 20 Jahren den damaligen Schachweltmeister mattsetzen können.

Bei den sechsten Cologne Futures schauen wir auf den heutigen technologischen Entwicklungsstand und wägen Zukunftshypothesen ab. Mit Expertinnen und Experten diskutieren wir die Fragen: Ist die KI-Entwicklung eine bruchlose und logische Fortsetzung des technologischen Evolutionsmodells? Wie “künstlich” ist die KI wirklich? Und wie kann man sich im praktischen, ethischen, politischen Sinne dazu verhalten?

Moderiert von Gert Scobel und mit Beiträgen von Prof. Dr. Elisabeth André, Prof. Dr. Vincent M. Müller, Raju Pookottil und Rüdiger Suchsland

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Cologne Futures 17

Programm

 

10:00 Uhr

Begrüßung

Dr. Lutz Hachmeister (IfM), Matthias Kremin (WDR) und Dr. Reza Moussavian (Telekom AG)

Tagesmoderation: Gert Scobel

 

10:15 Uhr

Prof. Dr. Vincent C. Müller:

In 30 Schritten zum Mond? Zukünftiger Fortschritt in der KI

(anschließend Diskussion)

 

11:00 Uhr

Kaffeepause

 

11:30 Uhr

Rüdiger Suchsland: Von “Golem” zu “Her”
“Künstliche Intelligenz” und Robotik in der Filmgeschichte

 

12:30 Uhr

Mittagspause

 

14:00 Uhr

Raju Pookottil:

How Species Direct Their Evolution

(Vortragssprache Englisch; anschließend Diskussion)

 

15:00 Uhr

Prof. Dr. Elisabeth André:

Miteinander von Mensch und Maschine: Mitbewohner, Diener, Kollege oder Konkurrent?

(anschließend Diskussion)

 

Ende der Veranstaltung gegen 16:30 Uhr

 

 

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Rückblick:

Cologne Futures 16: Präzision und Unsicherheit

Die Berechnung der Lebenswelt und die gesellschaftlichen Folgen

Die große Digitalisierung von allem und jedem verspricht vor allem mehr Berechenbarkeit, und damit ein längeres Leben bei besserer Gesundheit, reibungsloseren Transport und vielleicht sogar die Unsterblichkeit von Geist und Seele. Auf der anderen Seite beobachten Gesellschaftswissenschaftler ein erstaunliches Maß an Verunsicherung der Bürger angesichts realpolitischer Krisen mit »Flüchtlingsströmen«, neo-populistischen Bewegungen und Polit-Stars wie Donald Trump oder Marine und Marion Le Pen. Wie hängt das zusammen? Wie lässt sich die neue techno-soziale Dialektik vernünftig analysieren? Und welche Rolle spielen die traditionellen und »sozialen« Medien dabei? Bei den fünften Cologne Futures gab es dazu eine Keynote von Julia Hobsbawm (London), Referate von Harald Welzer, Wolfgang Gründinger und Paul-Olivier Dehaye (Zürich)

Die Beiträge von Harald Welzer, Wolfgang Gründinger, Julia Hobsbawm und Paul-Olivier Dehaye (Exposé/PDF)

Cologne Conference Futures 15: Sicherheit, Freiheit und die Dynamik des Internets

Wir sollten über „Sicherheit, Freiheit und die Dynamik des Internets“ sprechen: Bei der Cologne Conference Futures 15 beginnen Soziologie und Informatik den Dialog zur digitalen Transformation. Fragen der Kontrolle über Technik sind neben die klassische politische Machtfrage getreten. Die Verhältnisse von Mensch, Maschine und Code verdienen eine Neubestimmung. Bei der Cologne Conference Futures 15 eröffneten die Soziologen Armin Nassehi und Dirk Helbing und die Programmierer und IT-Experten Frank Rieger und Meredith L. Patterson die Debatte. Welche Freiheit und welche Sicherheit können wir erwarten?

Mit Beiträgen von Armin Nassehi, Dirk Helbing, Meredith L. Patterson und Frank Rieger  (Konferenzdokumentation/PDF)

Einzelbeiträge:

Dirk Helbing: Ferngesteuert oder selbstgesteuert? (Link zur Medienkorrespondenz)

Armin Nassehi: Digitalisierung der Gesellschaft oder Digitalisierung in der Gesellschaft (Link zur Medienkorrespondenz)

Frank Rieger: Hackerville (Link zur Medienkorrespondenz)

Cologne Conference Futures 14: Annual Symposium On Media Evolution

Der Schock der Gegenwart und die Legende von der „digitalen Gesellschaft“

In Kooperation mit der Zentralen Intelligenz Agentur und dem Shareground der Deutschen Telekom

Gegenwärtig erleben wir in besonderer und praktischer Weise die Wirkungen eines technologischen Umbruchs, die sich mit der Entwicklung von Informationstheorie und Kybernetik in den 1940er Jahren angedeutet haben. Universelle, mobile Computerisierung, ein intensivierter militärisch-geheimdienstlicher Überwachungskomplex, außerordentlich profitable Daten- und Wissenskonzerne neuen Typs, vor allem in den USA – dies alles beschäftigt nicht mehr nur Unternehmen, Regierungen oder Trendforscher, sondern mittlerweile jeden Bürger. Angesichts dieser Ballung von Chancen und Problemstellungen spricht der Medienforscher Douglas Rushkoff vom „Present Shock“, in Erweiterung von Alvin Tofflers berühmten Beobachtungen zum „Future Shock“ aus dem Jahr 1970.

Technologische, soziologische und politökonomische Vektoren werden in den momentanen Debatten zur „Digitalisierung“ häufig nicht genügend präzisiert – etwa bei der gängigen aber hochproblematischen Formel einer „digitalen Gesellschaft“. Auf der internationalen Konferenz Cologne Conference Futures (CCF) wurde über diesen Schock der Gegenwart (Rushkoff: „Why everything happens now“) mit Analysen zur Medien- und Technikevolution diskutiert.

Hochkarätigen Referenten bei der CCF 14 waren unter anderem dem Technikhistoriker George Dyson („Turings Kathedrale“) und Oxford-Professor Nick Bostrom („Superintelligence“), sowie Psychologieprofessorin Susan Blackmore und Medienwissenschaftler Gundolf S. Freyermuth (Dokumentation/PDF)

Cologne Conference Futures 13: Annual Symposium On Media Evolution

In Kooperation mit der Zentralen Intelligenz Agentur und dem Shareground der Deutschen Telekom

Wandel, Vernetzungsgrad und Komplexitätssteigerung von Medien und Technologien haben mittlerweile ein Level erreicht, dass sich ein Vergleich geradezu aufdrängt: Die natürliche Evolution. Neue Technologien entstehen aus älteren, Computerchips designen die Computerchips der nächsten Generation und sich selbst replizierende Roboter sind in greifbare Nähe gerückt. Hinzu kommt: Neurowissenschaften, Bioinformatik und Gentechnologie reißen die Grenzen zwischen dem Belebten und dem Unbelebten ein und verschalten Technik und Natur auf völlige neue Weise. Technologie in den Begriffen der Evolutionstheorie als Ökosystem zu beschreiben, ist mehr als nur eine Metapher. Kevin Kelly hat die Konturen dieses globalen Super-Organismus beschrieben, seine Lebenszyklen, sein Wachstum und seine Grenzen. Das Symposium diskutiert, welche Konsequenzen es für uns Menschen hat, mit und in diesem technologischen Organismus zu leben, und wie wir seine denkbaren und undenkbaren Zukünfte reflektieren. Die Cologne Conference Futures 2013 widmeten sich dem Schwerpunkt „Future Biases“ und lotet die Reichweite und Validität von Vorhersagen im Feld der Technik-Prognostik aus. Können wir absehen, in welche Richtung sich dieses seltsame Wesen Technologie entwickelt und wie es sich zu uns Menschen verhalten wird? Ist die Singularität unausweichlich? Oder sind alle Prophezeiungen angesichts zunehmender Komplexität, Unsicherheiten und „schwarzen Schwänen“ zum Scheitern verurteilt? Wo liegen die blinden Flecken in der Vorhersage zukünftiger medialer und technologischer Entwicklungen?

Mit Beiträgen von Holm Friebe, Kevin Kelly, Dan Gardner und Kathrin Passig (Dokumentation/PDF)

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