Vorschau und Rückblick: Cologne Futures

2018

Cologne Futures 18: „Brain reading“ und soziale Kontrolle als
technologische und politische Felder, 02.10.2018

Mit Melissa Littlefield, Wolfgang Hagen, Michael Pauen, Stephan Schleim und Gert Scobel.

Der Begriff des Mediums wurde im 19. Jahrhundert populär, besonders im viktorianischen England, als in Séancen und schauträchtigen Veranstaltungen versucht wurde, mit den Verstorbenen zu kommunizieren oder Gegenstände mittels Bewusstseinskraft zu verrücken. Medien in diesem Sinne waren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ganz lebendige Berühmtheiten, deren Rat mitunter auch von hochrangigen Politikern gesucht wurde. Während sich schon seinerzeit Wissenschaftler und Philosophen für dieses Phänomen interessierten, wurde das brain reading zunehmend technisch erprobt und instrumentalisiert – etwa mit dem Lügendetektor, EEGs und Wahrheitsdrogen zu kriminalistischen und geheimdienstlichen Zwecken.

Heute dominieren materielle Hirnforschung oder brain computer interfaces auf der einen, sowie die Versuche mit allen Spielarten von Big Data gleichsam externalisiert den kollektiven Bewusstseinsstrom zu decodieren, auf der anderen Seite. Erwartet werden erhebliche medizinische Fortschritte, aber auch die Bewusstseinskontrolle, bisher Summe aller Dystopien, rückt in die Nähe technologischer und biologischer Realisierbarkeit. Seit Beginn der 2000er Jahre hat eine verstärkte interdisziplinäre Kommunikation zwischen Neurowissenschaften, Informatik, Biologie, Philosophie und Psychologie eingesetzt.

Bei den Cologne Futures 18 am 2. Oktober 2018 wurden die historischen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen dieses Themenfeldes analysiert.

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