Neues aus dem IfM

Das 25. Jahrbuch Fernsehen

Das neue JAHRBUCH FERNSEHEN 2016 ist erschienen – mit Essays von Fabienne Hurst, Kai-Hinrich Renner, Nadia Shehadeh, Jasmin Siri, Sabine Sasse und einem Interview mit Brainpool-Geschäftsführer Jörg Grabosch.

In der 25. Ausgabe des „Jahrbuchs Fernsehen“ analysiert Fabienne Hurst die Sogwirkung, die der französische Nachrichtensender BFMTV offenbar auch auf französische Politiker hat. „Der Sender gibt den politischen Ton an und ist dabei hemmungsloser als die Konkurrenz. Einmal fuhr die damalige Justizministerin Christiane Taubira mit dem Fahrrad nach Hause – und wurde 30 Minuten lang von einem BFM-Motorradteam verfolgt, als ginge es um das Begleiten einer Tour-de-France-Etappe“, so schreibt „Jahrbuch“-Autorin Hurst. In Krisenzeiten, etwa bei Terroranschlägen, erreicht BMFTV in der Spitze bis zu 15 Prozent Marktanteil in Frankreich, mit hohem technischen Aufwand und perfekter Online-Verbreitung. Welchen Einfluss diese Entwicklung auf die Branche hat und was das für Frankreich bedeutet, analysiert Hurst, die als Autorin für das ARD-Politmagazin „Panorama“ arbeitet und unter anderem für „Die Zeit“ schreibt, in ihrem Essay präzise und differenziert – ein Text, der auch für den deutschen Fernsehmarkt Bedeutung hat, weil es hier einen „reinen“ Nachrichtenkanal à la BMFM-TV bislang nicht gibt.

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Rückblick: Interview-Workshop mit Tim Sebastian

 Am 7. Juli war der britische Moderator Tim Sebastian auf Einladung des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zu Gast im Studio A der Kunsthochschule für Medien Köln. Hier dokumentieren wir den Interview-Workshop in ausgewählten Zitaten.
Am 7. Juli war der britische Moderator Tim Sebastian auf Einladung des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zu Gast im Studio A der Kunsthochschule für Medien Köln. Hier dokumentieren wir den Interview-Workshop in ausgewählten Zitaten.

„You never ask what. When you go in and you’re prepared for it, you are supposed to know what. You’re supposed to know what they’ve done, what they think about this. […] You don’t ask them what, you ask them why.“

#Interview #Fragen

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Alarmismus, Mainstream, Realitätsverlust? Eine Lagebeurteilung des Journalismus in Deutschland.

IfM-Colloquium mit Andrea Diener (FAZ), Anna Sauerbrey (Der Tagesspiegel) und Jakob Augstein (Der Freitag); Moderation: Dr. Lutz Hachmeister (IfM)

Die Leistungen des publizistischen Systems in Deutschland sind nach den „Kölner Ereignissen“ zum Thema von öffentlich-rechtlichen Talkshows geworden – das scheint in doppelter Hinsicht beunruhigend. Es stehen zum Teil widersprüchliche Vorwürfe im Raum: der Journalistik wird – auch bedingt durch den Einfluss „sozialer Netzwerke“ – Alarmismus unterstellt, dann auch Realitätsverlust und Selbstbezogenheit, schließlich eine Art bürgerlich-zentristisches Mainstreaming

PADEMIA Workshop: EU Communication Transformed? Politics and Media in Crisis Mode

The question how in an age of „communicative abundance“ (John Keane) and an increasingly fragmented media environment, the media, old and new exercise their function in relation to other actors – including parliaments – is subject to intense debate. At the same time, a multitude of crises has engulfed the EU over the past years, whose magnitude, and speed render European politics essentially permanent crisis politics…

Video: Politisches Framing – Wie Deutschland sich politische Wahrheiten einredet

Politische Entscheidungen, auch die vermeintlich alternativlosen, sind selten wertfrei, und politische Sprache ist nie neutral. Flüchtlingsstrom, Mindestlohn, Klimawandel, Steueroase, Islamophobie – Sprachbilder wie diese entlarvt die moderne Neuro- und Kognitionsforschung Tag für Tag als heimliche Herrscher über unser politisches Denken und Handeln. Worte aktivieren sogenannte Frames (Deutungsrahmen) im Gehirn, die Informationen ideologisch einordnen und bestimmen, welche Fakten wir als wichtig begreifen, welche sich uns besonders gut einprägen und welche wir gar nicht erst wahrnehmen. (zum Video und Text)