Neues aus dem IfM

Call for Applications: M100 Young European Journalists 2021

M100 In times of crisis, it is especially important that people are informed factually and comprehensively by the media; events need to be explained, meaningfully contextualized, and, ultimately, evaluated. The uncertainty caused by crises only serves to increase the need for orientation and information.


We have seen media consumption increase rapidly during the Covid-crisis – and not only in Germany – both in terms of access and subscription figures for digital offerings, as well as in high ratings for news and special broadcasts on TV and radio. Media contributions are shared particularly frequently on social platforms.
However, the crises of recent years have also highlighted the weaknesses of the media system and the resulting problems in reporting.

Crises are increasingly proving to be a stress test for journalists and editorial teams. Both seem to be less and less equipped in dealing with these new circumstances – with far-reaching consequences for society, politics and democracy. With the paradoxical result that while trust in the media is rising in countries such as Germany, at the same time a growing number of people are dissatisfied with reporting. In addition, hostility toward the media and violent attacks on media representatives are on the rise, and there is also a growing tendency for governments of all stripes to exploit crises in order to curtail freedom of the press and freedom of expression.


Comparing journalistic output and challenges facing media organizations across different countries, the goal of this year’s M100 Young European Journalists (M100YEJ) is twofold: First, to investigate the root causes of these developments and, second, to suggest possible remedies.

In practice-oriented workshops, participants will discuss how the media, in general, and journalists, in particular, can provide orientation in an era of seemingly perpetual crisis. Special emphasis will be placed on strategies and concrete tools available to media-makers for a future-oriented, credible, and resilient journalism that is responsive to its audiences.

The seminar is conducted in cooperation between Potsdam Media International e.V., M100 Sanssouci Colloquium and the IfM.

It will take place online between 10th September and 2nd October in three modules:

MODULE I: Starting the Journey: Outlining common challenges and common goals
Friday, 10 Sept 2021 (14:00 – 17:00 MEZ) – Saturday, 11 Sept 2021 (10:00 – 15:00 MEZ)

MODULE II: How do we get there? An agenda for resilience in journalism
Friday, 17 Sept 2021 (10:00 – 15:00 MEZ) – Saturday, 18 Sept (10:00 – 15:00 MEZ)

MODULE III: And now? Transferring our knowledge & “Masterpiece”
Friday, 1 October 2021 (10:00 – 15:00 MEZ) – Saturday, 2 October (10:00 – 15:00 MEZ)

which will be held online on October 6 on the topic „From crisis in perpetuity to democratic resilience“.

Interested? How to apply?

Young journalists between 18 and 26 years old from all over Europe (including non-EU countries) are required to write a short essay in English (5,000 letters maximum) on journalism and Covid-19 in their country. For this, applicants are free to focus on either (discussions about) the media coverage of the pandemic or the impact of the latter on journalism at large. Please include a short CV and send your application in one PDF file (not larger than 2 MB) by 23 August 2021 to Ms. Sabine Sasse via application(at)m100potsdam.org.  Only complete applications will be considered.

„From crisis in perpetuity to democratic resilience.“ M100 Sanssouci Colloquium in cooperation with IfM

Die in Kooperation mit dem IfM veranstaltete Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium findet am 6. Oktober, 10 Tage nach der Bundestagswahl, im Schlosstheater des Neuen Palais im Park Sanssouci in Potsdam statt.  

Unter dem Titel „From crisis in perpetuity to democratic resilience“ gliedert sich die Konferenz in drei Teile:

1. Drei parallele „Strategic Roundtables“, die in einem interaktiven virtuellen Format abgehalten werden. Hier werden rund 100 Meinungsführer aus Europa und der ganzen Welt Fragen wie die folgenden diskutieren: Was haben wir aus der Pandemie gelernt? Wie krisenfest sind unsere Demokratien? Was macht die Menschen in Europa wieder einmal so anfällig für antidemokratische, autokratische Herrschaftsformen? Wie ist das aktuelle Verhältnis von Politik, Wissenschaft und Medien? Wie können wir die gesellschaftliche Resilienz in Zeiten „permanenter Krisen“ stärken?
2. Im Anschluss wechselt die Konferenz in ein Hybrid-Format. Auf der Bühne des Theaters werden zentrale Ergebnisse der Strategischen Roundtables zusammengeführt und strategische Implikationen und Handlungsempfehlungen diskutiert.
3. Den Abschluss der Konferenz bildet ein Special Talk mit zwei hochkarätigen Gästen über den Aufstieg des Autoritarismus in der Weltpolitik.

Im Anschluss an die Konferenz findet die feierliche Verleihung des M100 Media Award statt. Der M100 Media Award wird seit 2005 jährlich im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium an Persönlichkeiten verliehen, die in der Welt Spuren hinterlassen haben und sich für die Stärkung von Demokratie, europäischer Verständigung, Meinungs- und Pressefreiheit einsetzen.Weitere Informationen: https://www.m100potsdam.org/save-the-date-m100-sanssouci-colloquium-2021/

Wiener Medieninitiative: Förderung von Qualität und Innovation statt Gießkannenprinzip

Mit insgesamt 7,5 Millionen Euro fördert die Stadt Wien innovative und qualitätsvolle journalistische Projekte. Journalist/innen und Medienunternehmer/innen können Projekte im Rahmen der  Wiener  Medieninitiative, die im Zuge der Debatte über die deutsche Presseförderung auch in Deutschland zusehends Beachtung findet, über zwei Förderschienen einreichen.

In der Förderlinie „Medienstart“ wird die Machbarkeitsüberprüfung und Vorbereitung von Konzepten und Ideen ermöglicht. Über die Förderung „Medienprojekt“ werden bestehende Medienunternehmen und Start-Ups bei der Verwirklichung neuer Journalismusangebote mit bis zu 100.000 Euro unterstützt.  Über die Vergabe entscheidet eine unabhängige Fachjury, der auch IfM-Direktor Leonard Novy angehört.

Medienpolitisches Colloquium:

“Wie weiter nach Sachsen-Anhalt?” Über diese Frage diskutierten NDR-Intendant Joachim Knuth und Carsten Brosda,  Senator der Behörde für Kultur und Medien, Freie und Hansestadt Hamburg, im Rahmen eines medienpolitischen Colloquiums des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) am Montagvormittag. Im Mittelpunkt standen die praktischen und strategischen Implikationen der Blockade der Beitragserhöhung im sachsen-anhaltinischen Landtag, aber auch Auftrag und Reform der Öffentlich-Rechtlichen in einer sich wandelnden Umgebung insgesamt. In der von der Journalistin Brigitte Baetz moderierten Veranstaltung erklärte Joachim Knuth, er bleibe bei seiner Einschätzung, dass es sich beim Veto gegen die Erhöhung des Rundfunkbeitrags im Landtag von Sachsen-Anhalt um einen „kalkulierten Verstoß gegen die Rundfunkfreiheit“ handle. 

Erforderlich sei aber eine stärkere Fokussierung des eigenen Angebots, wobei „Priorisieren“ auch bedeute, „dass man Dinge bleiben lässt“. „Wir stärken Dinge, wir lassen Dinge bleiben – wir bekommen dafür auch Kritik, das muss man aushalten und das finde ich in einem Rundfunk, der allen gehört und der allen etwas bieten muss, ein vollkommen normales Verfahren“. Für den NDR gelte es, den „unabhängigen und umfassenden Journalismus“ als zentrales „Unterscheidungsmerkmal“ auszubauen und in Zukunft „eine noch verlässlichere Antwort” darauf geben, “worin sich unsere Unterhaltungsangebote von anderen Anbietern unterscheiden“. Dabei verstehe er die traditionelle Fernsehquote als lediglich ein Kriterium unter mehreren. Zentral – gerade im Sinne der Integrationsfunktion – sei die „Reichweite“ des öffentlich-rechtlichen Angebots insgesamt, egal ob dieses linear oder nonlinear verbreitet werde. Er wünsche sich, dass gerade jüngere Menschen in Zukunft nicht nur sagten, “ich mache mir einen guten Fernsehabend mit Netflix”, sondern “ich mache mir einen guten Abend mit der ARD- Mediathek“. 

Carsten Brosda forderte eine Reform der bestehenden staatsvertraglichen Beauftragung: Weg von der Beauftragung konkreter Angebote (“Bestellliste”) durch die Länder, hin zur Beauftragung von Programmbudgets für die Produktion von Inhalten öffentlich-rechtlicher Qualität. “Steuerungs- und Verantwortungsdimension” stimmten aktuell nicht mehr überein, es gelte den für das Programm verantwortlichen mehr Freiheiten und Verantwortung zu geben. Ein solches Modell sei auch anschlussfähig in Richtung einer Indexierung des Rundfunkbeitrages.

Gegenüber „Super-Mediatheken“ auf nationaler wie europäischer Ebene zeigte sich Brosda skeptisch. Er halte es für schwierig, entsprechende Marken neu zu etablieren. Auch sei es nicht realistisch, unterschiedliche Zielgruppen mit einem einheitlichen Angebot zu erreichen. Sinnvoller sei es, „Formatkompatibilität“ zwischen verschiedenen, unterschiedliche Zielgruppen adressierenden Angeboten herzustellen und den Austausch von Inhalten unter ihnen zu fördern.  

Das IfM hat in den letzten Jahren immer wieder auf die Notwendigkeit einer Reform des Rundfunkbeitrags in Richtung einer neu gefassten Medien- und Kulturabgabe zur gezielten Unterstützung gesellschaftlich relevanter kreativer Leistungen in einem veränderten technologischen Umfeld hingewiesen

Strategien für eine „gemeinwohlorientierte Medienordnung“ stehen auch im Mittelpunkt von futur eins, einer neuen, in Berlin verorteten Initiative am IfM, auf die IfM-Direktor Leonard Novy hinwies. Weitere Informationen finden Sie unter www.futureins.org

Die gesamte Diskussion im Video: