Einige Medienkonzerne verfügen über Budgets in der Höhe von Nationalstaaten. Als Motoren und Moderatoren der Globalisierung haben sie wirtschaftliche und meinungsbildende Macht. Der aktuellen Herausforderung, ihre Geschäftssparten der Old Economy mit denen der New Economy zu verbinden, begegnen sie durch Kooperationen und Fusionen.
Technischer Fortschritt und Konkurrenzdruck treibt Großkonzerne an, ihre Geschäftsfelder auf nationalen und internationalen Märkten auszuweiten. Dazu gehen sie auch Partnerschaften mit Finanzinvestoren ein, deren Einfluss auf die Medienindustrie dadurch zunimmt.
Aktuelle Entwicklungen, auch in Deutschland, werfen die Frage auf, wie sich die Konzentrationstendenzen auf den Medienmärkten auf die Freiheit und die Vielfalt publizistischen Arbeitens auswirken.
Aufbauend auf der Studie „Wer beherrscht die Medien?“ (C.H. Beck, 2005) erarbeitet das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) ein Online-Informationssystem mit umfassenden und aktuellen Strukturdaten zu internationalen Medienkonzernen.
Neben einer regelmäßigen Aktualisierung der Datenbasis durch Wissenschaftler und Fachautoren ist die schrittweise Erweiterung des Online-Portals geplant. Die neuen Rubriken „Emerging Markets“ und „National Champions“, für die Medienkonzerne nach ihrer jeweiligen Bedeutung für Einzelstaaten gelistet und vorgestellt werden, sollen entstehen. Zudem werden die Daten zu den größten internationalen Online-Konzernen in das Beobachtungssystem eingepflegt. Auch Mediennetzwerk- und Infrastrukturanbieter werden in Zukunft bei der Forschung berücksichtigt.
Zudem ist die Ergänzung um einen systematischen Teil geplant. Datenverknüpfungen sollen Konzernverzahnungen spiegeln und etwa Konzentrationsprozesse sowie die Rolle von Schlüsselpersonen kenntlich machen. Aussagekräftige Datenaggregate werden regelmäßig erhoben und von Experten kommentiert.
Die Online-Datenbank des IfM stellt eine aktuelle Datenbasis zum internationalen Mediengeschäft bereit, die das Feld der Medien- und Kommunikationspolitik systematisiert und dazu beiträgt, eine qualifizierte Kommunikation zwischen Politikern und Vertretern der Medienindustrie zu fördern.
Mediendatenbank
Prof. Dr. Gisela Schmalz